Highlights Damaskus und UmgebungIn Syrien, dem Land zwischen Euphrat und Mittelmeer, wo auch unsere Kultur- und Religionsgeschichte geschrieben wurde, reiht sich eine überwältigende Fülle von Denkmälern, Kunstschätzen und bedeutsamen historischen Stätten aus über 6000 Jahren aneinander.![]() Damaskus, Syrien - Omayyaden Moschee Neuere Bodenfunde sowie umfangreiche archäologische Forschungen haben ergeben, dass Syrien bereits zur Altsteinzeit besiedelt war und somit zu Recht zur „Wiege der Menschheit“ gezählt werden darf. Besondere Bedeutung kommt dem Land aber auch aus religiöser Hinsicht zu, schließlich ist die Region eng mit der Entstehung und Entwicklung der drei großen monotheistischen Lehren – Christentum, Islam und Judentum – verbunden. Vor allem vom 9. bis 15. Jhd. spielten die Wissenschaftler der islamischen Welt, und insbesondere die in Syrien lebenden, eine führende Rolle. Das Land bildete ein wesentliches Scharnier zwischen Orient und Okzident. Durch den Fernhandel reich gewordene Städte wie Damaskus und Aleppo (die zusammen mit Hama und Homs quasi das Rückgrat des Landes bilden) sowie die Ruinen von Palmyra an der Seidenstraße gilt es ebenso zu entdecken wie die faszinierenden Landschaften des Euphrat-Tals oder die Mittelmeerküste, wobei Ugarit das vermutlich älteste Alphabet, auf Tontafeln eingeritzt, entdeckt wurde. Das auf 691 m.ü.M. gelegene Damaskus, Hauptstadt von Syrien, – man mag es heute kaum zu glauben – ist dank ihrer Lage am Antilibanon – eingebettet in eine fruchtbare Bergrandoase (Ghuta) – und der Versorgung mit Wasser durch den Fluss Barada eine der größten Oasenstädte der Welt mit einer in weiten Teilen intakten Altstadt, deren wichtigster Teil mit der Großen Moschee, Zitadelle, Suq sowie öffentlichen Gebäuden von einer wohl auf römischen Fundamenten beruhenden Stadtmauer mit sieben Toren umschlossen wird. Daran lehnt sich auch der wohl seit dem 10. Jhd. bestehende Teil der Altstadtquartiere, die sich außerhalb der umfassten Mauern befinden, an.
Bereits im Januar 635 n. Chr. wurde die syrische Metropole Damaskus von muslimischen Heeren erobert und in das arabische Großreich integriert. Die Khalifen der Umayyaden-Dynastie führen Damaskus von der Peripherie in das Zentrum des Islam: Von 661 bis 750 n. Chr. wird von hier aus ein vom Atlantik bis zum Indus reichendes Weltreich regiert und zugleich brachten die Umayyaden den Reichtum der neuen Metropole auf den wohl höchsten Stand ihrer Geschichte, der sich auch heute noch in der Großen Moschee im Herzen der Altstadt erahnen lässt. Khalid Walid Ibn Abd al-Malik (reg. 705 – 714 n. Chr.) beschloss den Bau der großen Freitagsmoschee, deren Pracht alle übrigen Monumente der arabischen Hemisphäre in den Schatten stellen sollte. Über eine Vorhalle mit Fayencen aus dem 17. Jhd. erreicht man den von drei Minaretten überragten Innenhof mit dem auf acht Säulen ruhenden im byzantinischen Stil gehaltenen Schatzhaus. Unter seiner Kuppel wurde einst der Staatsschatz verwahrt. Im Ostteil des Gebetssaals wird als wertvollste Reliquie das Haupt Johannes des Täufers bzw. dem Propheten Yahya im Islam aufbewahrt. Obwohl sie, bedingt durch Zerstörungen und Feuersbrünste, zahlreiche Umwandlungen erfahren hat gilt sie bis heute als eines der eindrucksvollsten Meisterwerke der islamischen Architektur und als Paradebeispiel früharabischer Pfeilerhallen-Moscheen. Als historisches Symbolzeichen politischer Vormacht und des moralischen Prestiges des Islam wird sie – wie die gesamte Altstadt von Damaskus – seit 1979 zum Weltkulturerbe gerechnet. Bedeutendes Zentrum der muslimischen Orthodoxie war die Stadt auch seit 1154 n. Chr. unter Nur ad-Din. Während seiner Herrschaften entstanden zahlreiche religiöse Gebäude, Moscheen und Madrasa (Koranschulen) die heute noch bestaunt werden können, wie z.B. das „Krankenhaus“ Maristan an-Nuri, eines der wichtigsten Denkmäler aus dieser Periode. Die meisten der heute die Stadt schmückenden Monumente stammen jedoch aus der Zeit der Ayyubiden, die im 13. Jhd. die Stadt bis zur Mongoleninvasion beherrschten bevor das Land – nach einem kurzen Intermezzo der Mamluken (1260 – 1516 n. Chr.) – Teil des Osmanischen Reiches wurde. Unter den Osmanen kam Damaskus eine wichtige Rolle bezüglich der Wallfahrt nach Mekka zu, die – dank damit verbundener enormer Handelsaktivitäten – zugleich eine der Haupteinnahmenquelle bildete. Die vor allem zwischen der Umayyaden-Moschee und der Via Recta, einer der Durchgangsstrassen durch die Altstadt, entstandenen Karawansereien mit ihren fein ziselierten Säulen und Fensternischen sind heute weitgehend in die Suqs (Märkte) integriert. Die längste überdachte Marktstrasse des Suqs al-Hamidiah, dem traditionellen Geschäftsviertel, verläuft rund 600 Meter nahe der Zitadelle, die auf Initiative des ersten seldjukischen Fürsten als eine der richtungweisendsten Befestigungsanlagen des Maschreq entstand. Eines der beeindruckensten Bauwerke osmanischer Zeit liegt dagegen im Süden der Altstadt im Suq al-Buzuriyya: Der im 18. Jahrhundert vom damaligen türkischen Gouverneur errichtete Azem-Palast jener Familie die von 1725 bis 1783 – als quasi lokale „Pascha-Dynastie“ – die Stadt regierte. Der prunkvolle Palast spiegelt nicht nur die tiefgreifenden Veränderungen der osmanischen Architektur durch die Beeinflussung mit syrischen Elementen wider, sondern ist auch ein prachtvolles Beispiel für den ungewöhnlichen Luxus der Provinz verschmolzen mit höchster Eleganz. In der Nähe des im Osten gelegenen ältesten Stadttors (Bab al-Shaki – über das einst schon Ibn al-Walid die Stadt eroberte) an der Sharia Hannaniyya befindet die unterirdisch angelegte dem Heiligen Ananias geweihte Kirche, wo dieser einst auf Geheiß Gottes den erblindeten Saulus wieder sehend gemacht hat. Rund drei Kilometer von der Altstadt entfernt, am Fuße des Berges Qasyun, von dem man insbesondere am Abend einen wunderschönen Blick auf Damaskus genießen kann, wurde bereits im 12. Jhd. ein neuer Stadtbezirk (as-Salihiyaa) errichtet. Aufgrund der für damalige Zeit großen Entfernung behielt dieser lange Zeit seinen eigenständigen Charakter, der Dank seiner religiösen Gebäude und Gräber sowie eines eigenen Suqs bis heute bewahrt werden konnte. Rundreise Im Mittelpunkt der Kulturen »
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