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Landeskunde Syrien gestern und heute

Die ersten menschlichen Spuren im Bereich des heutigen Syrien werden auf ein Alter von über 200.000 Jahren geschätzt. Damaskus und Aleppo gelten als die ältesten permanent besiedelten Städte der Welt.

Damaskus, Syrien - Omayyaden Moschee

Damaskus, Syrien - Omayyaden Moschee

Die exponierte geographische Lage zwischen Mesopotamien, Anatolien, dem Mittelmeer und Ägypten verlieh Syrien eine bedeutende Rolle im Fernhandel und öffnete es für Einflüsse benachbarter Kulturen. Ab 634 n.Chr. wurde das Land von der islamisch-arabischen Eroberung erfasst und war zu einer Blütezeit des frühen Islam von 651 – 750 n. Chr. Zentrum des Khalifenreiches der Umayyaden, die noch heute zu bewundernde bedeutende Moscheen und Paläste errichteten. Von 1516 bis 1918 Teil des Osmanischen Reiches, danach wurde das heutige Staatsgebiet unter französisches bzw. britisches Mandat gestellt. Als im Verlauf des 2. Weltkriegs britische Truppe Syrien besetzten erklärte Charles de Gaulles Syrien 27.09.1941 für unabhängig. – Die letzten Truppen verließen jedoch erst 1946 das Land. Die ersten Jahre des jungen Staates waren von Machtauseinandersetzungen verschiedener politischen Kräfte gekennzeichnet, von 1958 – 1961 vereinigte man sich mit Ägypten zur “Vereinigten Arabische Republik”. Die Ba’ath-Partei übernahm 1963 die Führung und 1973 gelangte Hafiz al-Assad an die Macht, die nach seinem Tod vergangenes Jahr sein Sohn Bashir al-Assad übernahm, nachdem ihn die Bevölkerung per Referendum mit 97,29% der Stimmen gewählt hatte.

Palmyra, Syrien - Baal Tempel (Weltkulturerbe)

Palmyra, Syrien - Baal Tempel (Weltkulturerbe)

Der westliche Teil von Syrien wird von einem nach Süden bis auf 2.800 Meter hin ansteigendes Bergland eingenommen. Am östlichen Fuße des Antilibanon bilden die Ghutas Kleinlandschaften im Übergang zum Tafelland. Die bis zu 1.400 Meter aufragenden Tadmurketten sorgen im mittleren Teil für landschaftliche Abwechslung. Die Küstenregionen sowie die Gebirgslandschaften im Westen verfügen über ein subtropisches Klima mit milden aber feuchten Wintern und trocken heißen Sommern. Im Landesinnern herrscht heißes, niederschlagsloses Wüsten- bzw. Steppenklima. In den Gebirgen kann es im Winter empfindlich kalt werden und auch Schneefälle sind hier keine Seltenheit. Nach der ständigen Verfassung aus dem Jahre 1973 ist Syrien eine Präsidialrepublik, deren gesetzgebende Gewalt beim Volksrat (Parlament) liegt, das in freien Wahlen bestimmt wird. Es erörtert die Regierungspolitik, kann Minister ernennen bzw. durch Misstrauensantrag zum Rückzug zwingen und ihm obliegt das Gesetzgebungsverfahren. Die exekutive Gewalt wird durch Präsident und Ministerrat ausgeübt.

Der Präsident – zugleich Vorsitzenden der Ba’ath-Partei – besitzt weitgehende Vollmachten, er kann Gesetzesinitiativen verabschieden und Volksabstimmungen veranlassen. Der Ministerrat schließlich ist für die Durchführung der Gesetze verantwortlich und kontrolliert die Staatsorgane.

Wesentliche politische Determinante ist das Verhältnis zu Israel und der Friedensprozess im Nahen Osten. Zusammen mit dem Libanon, wo Syrien einen starken politischen Einfluss ausübt (und auch ca. 35.000 Soldaten stationiert hat), wird versucht, dem eigenen Standpunkt möglichst viel Gewicht zu geben, um ein regionales Friedensabkommen ohne Syrien unmöglich zu machen sowie eine einheitliche arabische Verhandlungsführung zu erreichen. Die Rückgabe des Golan und die Wiederherstellung der Grenzen von 1967 wird zur “causa prima” stilisiert. Syrien ist durch die langjährigen Beziehungen zur Sowjetunion geprägt, einen dementsprechend starken Einfluss übt der Staat daher nach wie vor in zahlreichen Bereichen aus (hoher Staatsanteil der Wirtschaft, Staatsbetriebe, Sozialgesetzgebung etc). Die Verteidigungsausgaben sind – als sogenannter “Frontstaat” extrem hoch und entziehen zahlreichen anderen Sektoren die nötige Liquidität.

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