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Die Metropole der Wüste gehört neben Damaskus und Aleppo mit Sicherheit zu den herausragenden Höhepunkten einer jeden Rundreise durch Syrien aber auch die Wüstenschlösser sowie die am Euphrat liegende Stadt Deir az-Zor wissen den Besucher zu verzaubern.
Von Damaskus kommend tauchen am Horizont zuerst einige unscheinbare Grabhügel auf bevor - wie eine Fata Morgana - das grüne Meer die Palmengärten der Oase Palmyra (arab. Tadmor) erkennbar sind, die bis zum Beginn hellenistischer Zeit zurück schon nachweisbar sind. Inmitten des Sandes, auf halben Weg zwischen Orontes und Euphrat, erheben sich beeindruckend Baal-Tempel, Triumphbogen und Grabtempel, die alle über eine großzügig angelegte Allee miteinander verbunden sind.
Bereits früh zeigte sich Rom an der Oase, der eine Schlüsselrolle im internationalen Handel zukam, interessiert. Im Rahmen einer Marketing-Kampagne beschloss Tiberias die Kosten des größten Heiligtums von Palmyra, den Baal-Tempel, zu übernehmen um sich den Eintritt Palmyras über die Angliederung an die Provinz Syrien in das römische Weltreich zu sichern, so sie künftig als Portus Palmyra (Hafen der Wüste) in den römischen Steuerunterlagen geführt wird. Mit dem Vordringen der Sassaniden im 3 Jhd. n. Chr. verringerte sich der Handel mit Mesopotamien spürbar und man wandte sich stattdessen Ägypten zu.
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Das außergewöhnliche Leben der Gertrude Bell: Der weibliche Lawrence von Arabien, best- informierte britische Agentin im arabischen Raum während des Ersten Weltkriegs und maßgeblich an der Gründung des modernen Irak beteiligt.
Gertrude Bell (1868-1926) beschäftigte sich als Historikerin und Archäologin intensiv mit Geschichte, Sprache und Kultur der arabischen Welt. Durch die Veröffentlichung ihrer Reise- berichte in Artikeln und Büchern galt sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts bald als eine der kenntnisreichsten Persönlichkeit- en. Als der Erste Weltkrieg ausbrach und die Briten die Loyalität der arabischen Führer benötigten, waren es Gertrude Bells Arbeit und Verbindungen; sie zog beim von Lawrence von Arabien eingefädelten Aufstand im Hintergrund die Fäden, beriet Winston Churchill und König Feisaal spielte eine wesentliche Rolle in der Schaffung des heutigen Nahen Ostens und galt allgemein als die mächtigste Frau des Britischen Empires im Nahen Osten. Ihre Lebensgeschichte zeichnet Janet Wallach anhand von Briefen, Tagebüchern, Zeitungsbe- richten und
Aktennotizen der britischen Regierung nach.
Janet Wallach: Die Königin der Wüste. Das außergewöhnliche Leben der Gertrude Bell. Aus dem Amerikanischen von Bringfried Schröder. 8°. 573 S., 40 s/w Abb. Pp. Goldmann, München 1999.
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Königin Zenobia, die sich gerne als Nachfahre der legendären Kleopatra bezeichnen ließ, unternahm den Versuch Palmyra zur Metropole der orientalischen Welt auszubauen, erklärte ihre Unabhängigkeit und entsandte Truppen denen es sogar gelang das ägyptische Alexandria sowie die Provinzen bis Galatien in Kleinasien zu unterwerfen. Zenobias macht war allerdings nicht von Dauer und bereits zwei Jahre später sollte 271 n. Chr. Ägypten wieder in das römische Lager zurück Zenobias Reich zerfiel komplett.
Ihre Denkmäler auf einem rund 12 qkm großen Ruinenfeld sind aber auch heute noch mehr als beeindruckend und zeugen von der glanzvollen Vergangenheit dieser Stadt. Auf den ersten Blick scheint Palmyra mit seinen Prunkstrassen, dem Theater und dem Triumphbogen eine typisch hellenistisch-römische Stadt gewesen zu sein, doch Archäologen gelang es festzustellen, dass die Kunst von Palmyra stark semitisch beeinflusst wurde und die Eigenheiten der aramäischen und arabischen Bevölkerung in den Baustil Einzug fanden.
Dem strengen, militärischen Aufbau zogen die lokalen Planer eine abwechslungsreiche Stadtlandschaft vor. Das Rückgrat in der architektonischen Stadtausbildung bildet die rund 1100 m lange Kolonnadenstrasse die den Grabtempel im Nordwesten und den Baal-Tempel im Südosten verbindet.
Als eines der bedeutendsten Bauwerke gilt der Baal-Tempel, zentrales Heiligtum der Palmyrener, der allein schon durch seine äußeren Dimensionen seine Besucher beeindruckt: die je 200 m lange Umfriedung bilden einen vier Hektar großen Temenos. Abseits der großen Säulenstrasse im Nordosten der Stadt stößt der Besucher auf das Baalschamin-Heiligtum, das als eines der vier religiösen Zentren Palmyras gilt.
Darüber hinaus beeindruckt in Palmyra aber vor allem auch die Grabarchitektur, die eine besondere Ausformung in den berühmten mehrstöckigen Grabtürmen nahm, von denen rund 150 erhalten geblieben sind, die zu Beginn unserer Zeitrechnung errichtet wurden. Die in den knapp 400 unterirdischen Grabkammern ausgestellten Grabskulturen boten darüber hinaus auch die Möglichkeit der Entwicklung einer eigenen Ästhetik, die sich deutlich von ihren römischen bzw. hellenistischen Vorbildern unterscheidet.
Die umayyadischen Wüstenschlösser mit ihrer bemerkenswerter Qualität hinsichtlich architektonischer und dekorativer Ausgestaltung in der syrischen Wüste, z.B. das zwischen Palmyra und Deir az-Zor gelegene Qasr al-Heir ash-Sharq, galten lange Zeit als Jagdschlösser. Neuere Untersuchungen ergaben allerdings, dass diese auch als Zentren riesiger Landgüter arabischer Landesfürsten bzw. arabischer Khalifen fungierten. Dank einer umfassenden Bewässerung und einer produktiven Landwirtschaft entstanden blühende Oasen-Landwirtschaften, wie die auf Luftbildaufnahmen als Umfassungsmauern identifizierten Überreste beweisen. Die meisten Wüstenschlösser erinnern den Besucher dank ihres quadratischen Grundrisses und den an den Ecken befindlichen, die Mauern verstärkenden Rundtürmen, an den antiken Limes sichernde römisch-byzantinische Kastelle.
Die am Westufer des Euphrat auf einer Höhe von 194 m gelegene Deir az-Zor im Osten Syriens entwickelte sich erst recht spät von einer im 18 Jhd. noch relativ unbedeutenden Siedlung und späteren osmanischen Garnison zu einem Wirtschaftszentrum mit heute rund 200.000 Einwohnern.
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