10. Aug

2017

Jordanien Geschichte

Zuletzt aktualisiert am 15. September 2018

Madaba, Mount Nebo © Jordan Tourism Board

Landeskunde Jordanien gestern und heute: Die Geschichte von Jordanien ist seit dem Altertum eng mit der historischen Entwicklung von Syrien und Palästina verbunden. Das Land stellte das Hauptdurchzugsgebiet von Heeren und Handelskarawanen dar.

Geschichte

Mit den arabisch-islamischen Eroberungen wurde die Region im 7. Jhd. n. Chr. dem Khalifenreich einverleibt, während der Osmanischen Herrschaft (1516-1918) größtenteils zur osmanischen Provinz Damaskus gehörte. Nach dessen Zusammenbruch zum Ende des 1. Weltkrieges war es von 1918-1920 Teil des Syrischen Königreiches, ehe es dem britischen Mandatsgebiet Palästina angegliedert wurde. Drei Jahre später (1923) trennte Großbritannien das Ostjordanland, das so genannte Transjordanien, von Palästina ab und erklärte es zu einem selbständigen Mandat, natürlich unter britischer Oberherrschaft, ehe es sich 1946 mit der Etablierung eines unabhängigen Königreichs Jordanien einverstanden erklärte. 1948 kam es zum Palästinakrieg, an dem Jordanien an der Seite der Staaten der Arabischen Liga teilnahm und annektierte jenen Teil Palästinas, der 1947 von den Vereinten Nationen für die Schaffung eines arabischen Staates Palästina (Westjordanland einschließlich der Altstadt von Jerusalem) vorsahen. 1950 proklamierte das Parlament mit der Vereinigung von Transjordanien mit dem Westjordanland das Haschemitische Königreich. Im Verlauf des Sechs-Tage-Krieges 1967 besetze Israel das Westjordanland und die Altstadt von Jerusalem. Im Winter 1970 führte die jordanische Armee einen Feldzug gegen die Palästinenser im Land, nachdem es zu heftigen Spannungen zwischen dem palästinensischen Widerstand und der jordanischen Regierung gekommen war.

Der Plan einer Wiederherstellung des Königreiches inklusive des Westjordanlandes wurde 1974 von Hussain II. offiziell fallengelassen und die PLO von Jordanien als legitime Interessenvertretung der Palästinenser anerkannt. Trotz seiner engen Verbindungen zu den USA lehnte Jordanien das Camp-David-Abkommen ab und bestand auf einer umfassenden Lösung auf Basis der UNO-Resolutionen. Die Mitte der achtziger Jahre einsetzenden Friedensgespräche fanden die jordanische Unterstützung und mit der Auflösung aller existierenden Bindungen zum Westjordanland machte Hussain II. 1988 den Weg frei für die Proklamierung des Staates Palästina durch die PLO.

Geografie und Klima

Die landschaftlichen Besonderheiten Jordaniens ergeben sich insbesondere aus dem Jordangraben mit seiner tiefsten Stelle am Roten Meer mit 395 m u. M. Östlich hiervon erhebt sich steil das verkarstete Ostjordanische Bergland, das allmählich in die bis auf 80 0m abfallende Syrische Tafel übergeht und im Norden Höhen von 1.180 m und im Süden von 1.754 m (Djabal Ramm) erreicht. Der Abfall nach Westen hin ist von tiefen Wadis zerschnitten und im äußersten Süden verfügt Jordanien über einen direkten Zugang zum Meer über den Golf von Aqaba.

Hinsichtlich des Klimas lässt sich Jordanien grob in zwei Einflussbereiche aufteilen: Den westlichen Teil bestimmt mediterranes Klima mit trockenen, warmen Sommern und milden, aber regenreichen Wintern. Der Osten dagegen wird durch trocken-heißes Klima geprägt.

Das Bergland wird von mehreren kurzen, zum Teil sehr tief eingeschnittenen Dauerflüssen zum Jordan hin entwässert wobei – abhängig von den Niederschlägen – die Pegel erheblich schwanken können. Für eine optimale Nutzung sorgen Staudämme (z.B. Zaqlab, az-Zarka, al-Hasa).

Jordanien heute

Das heutige Jordanien bildet, auf Basis seiner Verfassung vom 01.01.1952, die mehrfach geändert wurde um diese den Erfordernissen des Westjordanlandes anzupassen, eine konstitutionelle Monarchie. Die örtliche Verwaltung übernehmen die Gouverneure, der Provinzen sowie der Scheich des Wüstenterritoriums. Ein mehrstufiges Gerichtssystem umfasst Gerichte der ersten Instanz, Magistrats- und Religionsgerichte (letztere getrennt nach Glaubensrichtungen) bis hinzu Kassations- und Berufungsgerichtshöfen.

Auch politisch war Jordanien natürlich lange vom arabisch-israelischen Konflikt geprägt, der durch die Unterzeichnung einer Deklaration zwischen Israel und Jordanien durch König Hussain II und Israels Ministerpräsidenten 1994 entschärft werden konnte und zugleich Basis eines Friedensvertrages zwischen beiden Ländern bildete.

Wirtschaftlich ist Jordanien zum einen stark durch die Tradition des Agrarsektors geprägt, verfügt aber zum anderen über eine stark aufstrebende verarbeitende Industrie sowie über bedeutende Phosphatvorkommen. Hinsichtlich der Infrastruktur verfügt Jordanien über ein sehr gutes Straßennetz, der in Betrieb befindliche 618 Kilometer lange Teil der Hedschasbahn dient überwiegend dem Phosphortransport.

Reiseziele

Gerne besuchte Orte sind neben der Hauptstadt Amann, Jerash, Aqaba am Roten Meer mit der Möglichkeit von dort aus Ausflüge in den Wadi Rum zu unternehmen. Absoluter Höhepunkt einer Reise in den Nahen und Mittleren Osten ist die Nabatäer-Stadt Petra.

Jordanien Tipps
Bildnachweis: Madaba, Mount Nebo © Jordan Tourism Board